
Herde mit Überraschungserfolg
Premiere, Sonnenbrand und Sieg
Die Herde also wieder mal on Tour. Die Reise ging dieses Mal in das Zeitzer Umland, um genau zu sein: nach Könderitz. Gemeldet waren sieben Mannschaften, eine Frau musste mindestens immer auf dem Feld stehen (huch, schon mein erster Insider) und der heilige Fussballrasen war der Untergrund. Wir bauten unser Basecamp wie immer weit ab von der restlichen Teilnehmerzivilisation auf und wurden erst mal eine ganze Weile schief gemustert. Um nicht genau zu sein - sehr schief gemustert. Wir guckten blöd zurück, öffneten ein Bier, aßen erste Buletten (mit Knoblauch) vom Elmar (oder seiner Mutti?!?) und bereiteten uns seelisch und moralisch auf Kommendes vor.
Schon nach Bekanntgabe des Modus guckten wir uns ein erstes Mal ungläubig an: sechs Spiele a zwei Sätze bis 25 Punkte. Ufff! Das war ja mal eine Herausforderung. Ganz Herdenuntypisch traten wir dieses Mal nämlich in Minimalbesetzung an, d.h. wir waren nur zu sechst. Um den Schrecken in des Lesers Gesicht noch zu erhöhen: der Trainer musste mitspielen...komplett...also alle Sätze...ohne Auswechselmöglichkeit...zusammen in einer Mannschaft mit seiner Lebensabschnittsgefährtin Frau...Insider, Fans und stille Beobachter wissen nun was das bedeutete...
Der nächste Schreck ereilte uns, als zum allgemeinen Warmspielen alle Mannschaften begannen ihre Trikots anzuziehen. Also nix da, mit chilligem Dorfturnier gegen zusammengewürfelte Mannschaften. Neeee, da warteten zum Teil eingespielte Teams mit dem ausgegebenen Turnierniveau max. Stadtliga.
Spiel eins gegen Blau-Weiß Zeitz für unsere bescheidenen Verhältnisse recht ordentlich. Ein deutliches 25:11 und 11:0 war schon mal eine Hausnummer. Was folgte, war bitter, peinlich und brachte uns vermutlich den späteren Turniersieg. Die 11:0 Führung im zweiten Satz wurde nämlich noch her geschenkt und der Satz ging mit 25:21 verloren. Ein wahrhaftig fürstlicher Treffer vor den Herdenbug. Wir verstanden die Warnung und spielten ab diesen Zeitpunkt unser Volleyball.
Durch das ausgeglichene Teilnehmerfelde konnten, durften und wollten wir uns natürlich keinerlei Schwächeperioden erlauben. Dies gelang uns auch im Großen und Ganzen ganz gut. Das Resultat war dann auch nur ein weiterer Satzverlust im Laufe des Turnieres. Alle anderen Sätze konnten wir für uns entscheiden. Besonders schön und gut waren der Zusammenhalt auf dem Feld, das gegenseitige Pushen und auch das gegenseitige Verzeihen bei Fehlern. Stark verbesserungswürdig allerdings eine Sache: das gegenseitige Eincremen mit Sonnencreme muss deutlich verbessert werden. Ich sag nur: Aua!
Wir spielten uns also durch das Turnier, kämpften mit Müdigkeit, Unlustanfällen, der Sonne und später dann auch mit leichtem Regen und Wind. Auch ließen wir uns nicht durch unsere Fehlerhafte Zähl- und Interpretationsweise ablenken. Dies war besonders sinnvoll, da wir auch im letzten Spiel alles gaben und sehr deutlich gewannen. Entgegen unserer Erwartung hatte der zweitplatzierte auch nur zwei Sätze (wir dachten drei) abgegeben. Somit mussten in der Endabrechnung die kleinen Punkte erhalten. Und welch ein Glück und vermutlich auch Premiere: wir gewannen mal ein enges Turnier mit Hilfe der kleinen Punkte. Sechs Punkte Abstand zu Platz zwei waren noch nicht mal ein Wimpernschlag. Normalerweise sind wir bei solchen Entscheidungen immer die Deppen und uns fehlen die Punkte.
Achtung, Highlight, Presseschau:
Die Mitteldeutsche Zeitung vom 12.08.2013:
"Auch beim Volleyall-Mix-Turnier gab es Stimmung. Sieben Teams kämpften um den Pokal. Patrick Roscher von der Volleyball-Abteilung Könderitz war Turnierleiter und hatte alles im Griff. Sieben Hobbyteams spielten im Modus jeder gegen jeden. „Um den Volkssportcharakter zu wahren, dürfen nur Aktive bis Stadtliga teilnehmen", informierte Roscher. Es wurde pro Spiel zwei Sätze bis 25 ausgetragen. Die „Anti-Einsatz-Truppe“ aus Gera hatte in diesem sechsstündigen Turnier den längsten Atem und wurde erstmalig Sieger des Wanderpokals."
Meine persönlichen Tops & Flops vom Wochenende:
- guck mal der Hund, ist der groß
- uui, uuui, uuui jetzt kommt der her
- naaaaa, du bist ja ein guter, ein guter bist du
- 98 % Aufschlagquote vom Käse
- Merke: Schwarze Spielkleidung ist in den Sommermonaten nicht ganz soooo praktisch
- Buletten Elmar!
- Bleibt ihr hier vor Ort? - Neee, wir warten im Nachbardorf
- es hat gestippt, also war er drin
- Manchmal stippt es aber auch nur so!
- Hundekalb Elli!!!
- Merke: Linienrichter sind keine Balljungen!
Statistik:
Anti-Einsatz-Truppe - Blau-Weiß Zeitz 1-1 (25:11; 21:25)
Anti-Einsatz-Truppe - SV Elstertrebnitz 2-0 (26:24; 25:18)
Anti-Einsatz-Truppe - Streetfighters Langendorf 1-1 (18:25; 25:19)
Anti-Einsatz-Truppe - Little Heros 2-0 (25:22; 25:21)
Anti-Einsatz-Truppe - Schmetterlinge Theißen 2-0 (25:14; 25:10)
Anti-Einsatz-Truppe - SV Könderitz Spiders 2-0 (25:11; 25:6)
Mannschaft: Ilse, Dorle, Björn, Elmar, Shelton, Käse
Fans: die Maskottchen Mike, Sid, Betty, Herman, ein 2. blinder Maulwurf
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